Der Pudelpointer

Bärtiger Draufgänger

Hard Facts

PUDELPOINTER
• FCI - Standard Nr. 216
• Gruppe 7 Vorstehhunde.
• Sektion 1.1 Kontinentale Vorstehhunde
• 1.1 Typ 'Braque'
• mit Arbeitsprüfung
Haar:
geschlossenes, anliegendes, hartes, mittellanges Rauhhaar
(auf dem Widerrist 4 bis 6 cm) mit dichter Unterwolle.
Kopf mit Bart und hobelspanartiger Stirnlocke.
Farbe:
Einfarbig

• Braun (mittel oder dunkelbraun)
• Dürrlaubfarben
• Schwarz
• Kleine weiße Abzeichen sind zulässig.

Größe und Gewicht:
Widerristhöhe: bei Rüden 60 bis 68 cm,
bei Hündinnen 55 bis 63 cm,
das Gewicht ist in den FCI-Standards
nicht festgelegt
Wesen:
Ruhiges, beherrschtes, ausgeglichenes Wesen mit
ausgeprägtem Jagdtrieb und Wildschärfe

Geschichtliche Entwicklung

Die Geburtsstätte des Pudelpointers liegt in Schlesien.
Die Idee zur Zucht dieser Rasse ist auf Sigismund Freiherr von Zedlitz und Neukirch (Hegewald) zurückzuführen. 1881 fiel bei ihm der erste Pudelpointer-Wurf. Hegewald selbst hat sich um die Beschaffung
der Pudelhündin „ Molly“ bemüht, die mit einem dem Kennel des Prinzen von Wales entstammenden, an den späteren Kaiser Friedrich III. geschenkten Pointerrüden „Tell“ gepaart wurde.

Weitere Urstämme aus Pointer und Pudel begründeten in der Zeit zwischen 1885 und 1895 die Zuchtbasis der Pudelpointer. Bald machte diese neue Rasse durch besondere Leistungen in der Praxis und auf Gebrauchsprüfungen von sich reden. Mit der rasch zunehmenden Beliebtheit der Pudelpointer wuchs auch deren Verbreitung.

Am 17. Juli 1897 gründeten „Hegewald“ und der bekannte Jagdkynologe „Oberländer“ (Carl Rehfus) den Verein der Pudelpointer-Züchter in Darmstadt. Ab dem Jahr 1899 führte Edgar Heyne über 50 Jahre die Geschicke des Vereins Pudelpointer e.V in Deutschland. Ab 1924 wurden keine Hunde aus Direktpaarungen von Pudeln und Pointern mehr im Zuchtbuch aufgenommen. In den 1980er Jahren wurde in Deutschland nochmals gezielt
Pointerblut eingekreuzt, um die Zuchtbasis zu erweitern und Inzuchtdepressionen entgegen zu treten. Ab 1990 wurde wieder zur Reinzucht übergegangen. Im Jahr
1959 wurde die Rasse durch die FCI (Fédération Cynologique Internationale) offiziell anerkannt.
In Österreich begründete der Tierarzt und begeisterte Jäger Dr. Konrad Fingerlos die Pudelpointerzucht. Bereits im Jahr 1928 importierte er Pudelpointer. Der Leistungs- und Formwertrichter für alle Jagdhunderassen und allseits anerkannte Jagdkynologe gründete 1949 den Österreichischen Pudelpointer-Klub, den er bis zu seinem Tod im Jahr 1967 führte. Seither hat der Pudelpointer auch in Österreich seinen fixen Platz unter den Jagdgebrauchshunden.
Heute werden Pudelpointer nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich, Tschechien, Slowakei, Schweden, Island und auch in den USA gezüchtet.

Aussehen, Haltung und Wesen

Idealerweise zeigt ein Pudelpointer das Gebäude eines Pointers schweren Schlages mit nicht zu langem braunem, dürrlaubfarbenem oder schwarzem Rauhaar.
Er hat geschlossenes, anliegendes, hartes, mittellanges Rauhhaar mit dichter Unterwolle. Die Länge des Deckhaares auf dem Widerrist soll 4 bis 6 cm sein


Pudelpoiter sind sehr robuste und pflegeleichte Hunde, die keine spezielle Pflege benötigen. Ihr dichtes Fell schützt sie auch bei kalter Witterung. Gelegentliches Bürsten reicht völlig aus. Bei der Fütterung sind sie anspruchslos. Pudelpointer sind kaum mit Erbkrankheiten belastet, haben selten Allergien oder Unverträglichkeiten. Die genauen Rassestandards sind bei der FCI
(Federation Cynologique Internationale) hinterlegt.
Charakteristisch sind sein typischer Bart, eine hobelspanartige Stirnlocke und dichte Augenbrauen. Die Bauchbehaarung ist geschlossen und dicht. Die Behaarung bietet durch ihre Härte und Dichte möglichst guten Schutz gegen Witterungseinflüsse und Verletzungen. Rüden weisen eine Körpergröße von 60 bis 68 cm und Hündinnen 55 bis 53 cm bei auf.
Pudelpointer haben einen kräftigen, gut bemuskelten und nahezu quadratisch gebauten Körper. Ein Pudelpointer wiegt etwa zwischen 25 bis 35 kg, wobei sein
Gewicht im Rassestandard nicht festgeschrieben ist.

Jagdpraxis

Der rassetypische Pudelpointer ist weder scheu noch aggressiv. Ihn zeichnet sein ruhiges, beherrschtes, ausgeglichenes Wesen mit ausgeprägtem Jagdtrieb, Wildschärfe und Schussfestigkeit aus. Die Wasserpassion dieser Vorstehhunde ist legendär, aber auch als Waldhund bewährt sich der Pudelpointer immer wieder, sei es bei der Stöberarbeit oder bei der Nachsuche. Sein tiefer Laut beim Totverbellen eines Stückes Schalenwild ist und bleibt ein unvergessliches Erlebnis für Führer und Schützen.

Ein wesentliches Kriterium für die Anschaffung eines Jagdgebrauchshundes ist, dass er in die Familie gut integrierbar ist. Das setzt wesensfeste und ausgeglichene Hunde voraus. Der Pudelpointer ist Familienhund
und liebevoller Spielkamerad. Er wird heute als vielseitiger Jagdgebrauchshund für die Feld-, Wasser-und Waldarbeit gezüchtet.

 

Weiterführende Informationen:

Österreichischer Pudelpointer-Klub
ZVR-Zahl 590535321
Vorsitzender
Mag. Johann Fischerlehner
Scheiben 23
4224 Wartberg ob der Aist
Tel.: +43 664 7513 9010
E-Mail: pudelpointer-klub@gmx.at
www.pudelpointer.at